Ökonomie und Gender - Künstlerische Reflexionen von Frauen in Österreich von 1968 bis heute

Wissenschaftliche Dokumentation, systematische Auswertung und öffentliche Präsentation

Leitung: Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Pia Janke
Projektmitarbeiterinnen: Mag. Christine Ehardt; Mag. Verena Humer; Moira Mertens, M.A., Mag. Dr. Christian Schenkermayr, Mag. Priska Seisenbacher
Laufzeit: 1.4.2014-30.4.2017
Förderstelle: Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank (P 15566)

Ausgehend vom Werk der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, in dem seit Beginn ökonomische Prozesse und Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern miteinander verschränkt werden, wurde die Auseinandersetzung österreichischer Künstlerinnen mit dem Spannungsfeld von Ökonomie und Gender zwischen 1968 und 2014 systematisch dokumentiert, ausgewertet und analysiert. Die Ergebnisse wurden sowohl in einer interdisziplinären Tagung als auch in einem multimedialen, wissenschaftlichen Internetportal öffentlich präsentiert und sodann in einem Buch publiziert.
Die Dokumentation umfasste neben literarischen Werken auch Projekte der bildenden Kunst, des Films und der Performancekunst. Bei der Auswertung wurden sowohl generationsspezifische Paradigmenwechsel in Hinblick auf Ökonomie und Gender sowie die internationalen Kontexte dieser Ansätze untersucht. Im Mittelpunkt der interdisziplinären Analyse stand die Frage nach geschlechtsspezifischen Codierungen bei der Verarbeitung ökonomischer Entwicklungen, die angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise sowohl für die Kunstwissenschaften und die Genderforschung als auch für die Wirtschaftswissenschaften von Bedeutung ist.

Das Projekt Ökonomie und Gender – Künstlerische Reflexionen von Frauen in Österreich von 1968 bis heute knüpfte an zwei Symposien an, die 2010 und 2012 vom Elfriede Jelinek-Forschungszentrum ausgerichtet wurden: Kunst und Kapitalismus. Elfriede Jelineks "Die Kontrakte des Kaufmanns" und (ach, Stimme!). VALIE EXPORT, Elfriede Jelinek, Olga Neuwirth. In beiden Symposien ergaben sich eine Reihe anschließender Fragen in Hinblick auf das Spannungsfeld und die Verschränkungen von ökonomischen und genderspezifischen Verhältnissen, die im Projekt Ökonomie und Gender systematisch aufgearbeitet wurden, wie z.B.:
Inwieweit ist die Repräsentation von Sex und Gender sowie deren Performanz in den künstlerischen Arbeiten ökonomisch determiniert? In welchem Verhältnis steht die Dekonstruktion patriarchaler und ökonomischer Machtverhältnisse zu den ökonomischen Entwicklungen (z.B. Globalisierung der Märkte, Liberalisierung des Warenverkehrs und des Finanzmarkts, Börsencrash etc.)? Inwieweit werden auch selbstkritische Thematiken dargestellt, wie ökonomisch-genderspezifische Komplizenschaft oder (Selbst-Ausbeutung)? Inwieweit werden in den künstlerischen Arbeiten Alternativen zum bestehenden wirtschaftlichen System aufgezeigt, und welche Veränderungen der Geschlechterkonstruktionen bringen diese Alternativen mit sich?

Das Projekt Ökonomie und Gender – Künstlerische Reflexionen von Frauen in Österreich von 1968 bis heute soll einen substanziellen Beitrag zur Beantwortung dieser Fragen leisten, indem nach ökonomiegeschichtlichen Aspekten die Werke mehrerer Frauengenerationen dokumentiert, analysiert und sowohl interdisziplinäre, internationale wie intermediale Kontexte der Werke veranschaulicht wurden.

 

Projektleitung:

Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Pia Janke
Studium der Germanistik und Theaterwissenschaft, Lehrgang für Kulturmanagement. Zunächst Musiktheaterdramaturgin u.a. an der Wiener Staatsoper und der Oper Bonn. Ao. Univ.-Prof. am Institut für Germanistik der Universität Wien, Habilitation über politische Massenfestspiele in Österreich 1918-38. 2004 Gründung des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums, seither Leiterin. Organisatorin von interdisziplinären Symposien, Ausstellungskuratorin. Lehraufträge an der Wiener Universität für angewandte Kunst und an der Musikuniversität. Bücher u.a. zu Peter Handke, Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, zum Libretto und zu interdisziplinären Themen.

E-Mail: pia.janke@univie.ac.at
Tel: +43 1 4277 42125

 

Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin:

Mag. Christine Ehardt
Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin; Lektorin am TFM-Institut der Universität Wien und an der Hochschule für Künste Bremen u.a. zu den Bereichen Stimme und Geschlecht, Elfriede Jelinek. Eine akustische Spurensuche, Medienästhetik im Alltagseinsatz; 2006-2008 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsprojekts Hörinszenierungen österreichischer Literatur im Radio. Zuletzt erschienen: Ist das jetzt ein Monolog? Elfriede Jelineks Hörspiele als akustische (De-)Maskierungsorte, in: Hör!Spiel. Stimmen aus dem Studio, hrsg. v. Helmut Peschina Wien 2013. Aufgabe im Projekt Ökonomie und Gender: Auswertung der Forschungsergebnisse, Vorbereitung der Publikation.

E-Mail: christine.ehardt@univie.ac.at

 

Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin:

Mag. Verena Humer
Studium der Germanistik mit dem Schwerpunkt Cultural Studies, Universität Wien. 2013 Abschluss des Studiums mit einer Arbeit zu Otto Weiningers Geschlecht und Charakter in Grete von Urbanitzkys Werken. Derzeit Belegung des Masterstudiengangs Gender Studies an der Universität Wien. 2009 Mitarbeit am Symposium „Die endlose Unschuldigkeit“ Elfriede Jelineks Rechnitz (Der Würgeengel). 2013-2014 Mitarbeit beim Forschungsprojekt Elfriede Jelinek: Werk und Wirkung. Annotierte Bibliographie. Aufgabe im Projekt Ökonomie und Gender. Auswertung der Forschungsergebnisse und Vorbereitung der Publikation.

E-Mail: verena.humer@univie.ac.at

 

Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin:

Moira Mertens, M.A.
Studium der Germanistik und Kulturwissenschaft in Berlin und Manchester (UK).  2011 zus. mit Elisabeth Günther Leitung des Workshops Ich will kein Leben! Die Ästhetik der Untoten in Elfriede Jelineks Texten beim Kongress Die Untoten – Life Sciences & Pulp Fiction. 2012 Mitarbeit am Jelinek-Handbuch, hrsg v. Pia Janke. Zuletzt erschienen: Untote, Zombies und VampirInnen. Die Kritik der Bio-Macht in Elfriede Jelineks Texten, in: Elfriede Jelinek. Begegnungen im Grenzgebiet hrsg. v. Natalie Bloch u. Dieter Heimböckel, Trier 2014.  Aufgabe im Projekt Ökonomie und Gender: inhaltliche, theoretische und methodische Recherchen sowie Aufbau des Wissenschaftsportals Ökonomie und Gender.

E-Mail: moira.mertens@unvie.ac.at

 

Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter:

Mag. Dr. Christian Schenkermayr
Studium der Germanistik an der Universität Wien. Seit 2004 Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums. Veröffentlichung zahlreicher Publikationen über die Autorin. 2006-2008: ÖNB-Projekt Die europäische Rezeption von Elfriede Jelineks Theatertexten. 2008-2012 Universitätsassistent i.A. an der Universität Wien. 2013-2014: FWF-Projekt Elfriede Jelinek: Werk und Wirkung. Annotierte Bibliographie. 2016 Promotion mit einer Arbeit über interreligiöse Diskurse im Spannungsfeld sprachanalytischer Schreibverfahren am Beispiel ausgewählter Texte von Elfriede Jelinek, Barbara Frischmuth und Josef Winkler. Aufgabe im Projekt Ökonomie und Gender: seit August 2016 Betreuung des Archivs.

E-Mail: christian.schenkermayr@univie.ac.at

 

Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin:

Mag. Priska Seisenbacher
Studium Geschichte und Deutsch auf Lehramt. Abschluss des Studiums im Juni 2015 mit der Diplomarbeit Neue Götter, alte Patriarchen. Die Griechenlandkrise als Ausgangspunkt einer Kapitalismuskritik bei Jelinek und Streeruwitz. Seit September 2015 zusätzlich als AHS-Lehrerin tätig. Teilnahme am Nachwuchsworkshop „Elfriede Jelinek und die europäischen Literaturen“. Aufgabe im Projekt Ökonomie und Gender: Auswertung der Forschungsergebnisse und Vorbereitung der Publikation.

E-Mail: a1008262@unet.univie.ac.at

Wissenschaftliche ProjektpartnerInnen:

Univ.-Prof. Dr. Inge Arteel (Vrije Universiteit Brüssel)
Vizerektorin Mag. Dr. Andrea Braidt (Akademie der bildenden Künste Wien)
Univ.-Prof. Dr. Allyson Fiddler (Lancaster University)
Prof. Dr. Dieter Heimböckel (Unité de Recherche IPSE, Université du Luxembourg)
a.o. Univ.-Prof. Dr. Johanna Hofbauer (Wirtschaftsuniversität Wien)
Univ.-Prof. Dr. Brigitte Jirku (Universitat de València)
Assoz. Univ.-Prof. Mag. Dr. Hildegard Kernmayer (Universität Graz)
Univ.-Prof. Dr. Katharina Pewny (Universität Gent)
Prof. Dr. Franziska Schößler (FB II Germanistik, Universität Trier)
Prof. Dr. Monika Szczepaniak (Uniwersytet Kazimierza Wielkiego, Bydgoszcz)
Prof. Dr. Joseph Vogl (Humboldt-Universität Berlin)
Prof. Brigitte Young, PhD. (Universität Münster)