Die europäische Rezeption von Elfriede Jelineks Theatertexten

Leitung: Ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Pia Janke
Projektmitarbeiter: Mag. Peter Clar, Mag. Christian Schenkermayr
Laufzeit: 1.2.2006-31.1.2008
Förderstelle: Jubiläumsfond der Österreichischen Nationalbank

Im Rahmen des Projektes wurde erstmals die europaweite Übersetzungs- und Aufführungspraxis von Jelineks dramatischem Werk außerhalb des deutschen Sprachraums dokumentiert und analysiert.
Neben der Erfassung der Daten und der Recherche (z.B.: Berichte und Rezensionen zu den jeweiligen Aufführungen) stand dabei vor allem die Auswertung der gesammelten Materialien im Mittelpunkt. So wurde im Zuge der Untersuchungen der Frage nachgegangen, in welchen europäischen Ländern die Dramen Jelineks verstärkt rezipiert und welche Stücke dabei bevorzugt wurden. Verbunden damit waren auch Überlegungen hinsichtlich der jeweiligen länderspezifischen Eigenheiten in der Rezeption. Welche Stücke wurden an welchen Theatern gespielt? Wer waren die ÜbersetzerInnen? Wie wurde Jelinek in den Medien bewertet? Welche formale und inhaltliche Auseinandersetzung fand im Zusammenhang mit den Dramen statt?
Darüber hinaus wurde untersucht, inwieweit bestimmte Ereignisse die Rezeption begünstigt oder behindert haben. Die Verleihung des Nobelpreises war zwar das für die Rezeption bedeutendste Ereignis, konnte aber beispielsweise nicht erklären, warum in Frankreich bereits in den 90er Jahren eine umfassende Auseinandersetzung mit dem dramatischen Oeuvre Elfriede Jelineks stattfand.
Genauso musste in diesem Zusammenhang untersucht werden, ob und warum die Rezeption zu gewissen Zeiten geringer wurde. Vor allem die Frage, ob nach dem Nobelpreis der „Hype“ rund um Jelinek ein anhaltender sein würde und dadurch zumindest der Grundstein für eine objektivere Aufarbeitung ihres Werkes im europäischen Raum gelegt worden wäre, oder aber ob die verstärkte Auseinandersetzung mit der Autorin nur von kurzer Dauer sein würde, war dabei von Interesse.
Die Ergebnisse des Forschungsprojekt wurden 2009 in einer Buchpublikation veröffentlicht.


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