Heller Schein!

Ländlervariation mit einem Text von Elfriede Jelinek

 

Jelineks Text

Jelinek schrieb für Heller Schein! einen kurzen Text.

Komposition | Patricia Jünger (1989)

Musikalische Besetzung

Mezzosopran, Bassklarinette, Streicher, Schlagzeug.

Abdruck des Textes

In: Programmheft zum Konzert des Collegium Musicum Zürich in der Tonhalle Zürich am 22.10.1989. (Titel: Elfriede Jelinek für Patricia Jünger, 1987)

Aufführungen

UA | 22.10.1989 Großer Tonhallesaal, Zürich (im Rahmen eines Konzerts des Collegium Musicum Zürich), ML: Patricia Jünger, InterpretInnen: Eva Csapó (Mezzosopran), Hilmar Koitka (Bassklarinette)

Live-Sendung des Radiomitschnitts: Schweizer Radio DRS 2, 22.10.1989

CD-Produktion

auf: Jünger, Patricia: Heller Schein. Valse Èternelle. CD. Zürich: Musiques Suisses 2006.

Live-Mitschnitt der Uraufführung.

 

Heller Schein! war ein Auftragswerk des Dirigenten und Mäzens Paul Sacher, der auch Leiter des Collegium Musicum Zürich war. Zwischen Jelineks Text für Heller Schein!, dem ersten Absatz ihres Theatertextes Wolken.Heim. (1988) und dem Schluss ihres Kurzprosatextes Begierde (Begleitperson für ein [sic] schwarzes Botin hinüber) (1986/87) existieren Bezüge und Übereinstimmungen. Jelinek arbeitet im Text für Heller Schein! mit den Wortfeldern *Heimat, *Frau, Gebären (*Mutter), Müdigkeit, Gedächtnis, Heim(-Kehr), Fahren und Zu-Hause-Sein.

 

Jelineks Essays über Patricia Jünger

Wenn die Kogel in der Heimat schlafen, gaffen Tiere beim Gebären. Frauen heben müd die Hände, leer sind sie vom vielen Greifen. Glaubst doch immer, bist ganz aussen und dann stehst du in der Mitten, wie ein Heiliger im Dunkel. Fassungslos, wenn einer dich im Gedächtnis behält, über eine Zeit hinaus. An den Wegrändern redens über dich, das kannst dir leicht einbilden. Ein schönes Gefühl, über eine Brücke zu fahren, und unten strahlts aus den Lokalen vor Menschen, heller Schein! Die Figuren strömen in die Bahnhöf, teiln sich gern auf, von Vorort zu Vorort, und kommst über sie wie Regen, der zeitig Schuh durchnässt. Nach mir andre, aber ich nicht nichts! Schön fahrn, gelt ja. Einzigartig schwer der Kopf vom jeden Tag den Boden heimkehrn. Liegst übersichtlich vor dir als guter Weg. Sei jetzt zuhaus und steh auf!

 


Elfriede Jelinek: Elfriede Jelinek für Patricia Jünger, 1987. In: Programmheft zum Konzert des Collegium Musicum Zürich in der Tonhalle Zürich am 22.10.1989.


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