Alexander Flor

„...daß in Schuberts Sonaten mehr Friede des Waldes herrsche als im Frieden des Waldes selber.“

Zur literarischen Instrumentalisierung konkreter Musikstücke in Elfriede Jelineks Roman Die Klavierspielerin

Elfriede Jelineks Roman Die Klavierspielerin erschien im Jahr 1983. Die spätere österreichische Literaturnobelpreisträgerin, die selbst Komposition sowie mehrere Musikinstrumente am Konservatorium der Stadt Wien studierte, erzählt in ihrem prominenten Text von der Klavierprofessorin Erika Kohut. Laut Klappentext des bereits in 43. Auflage erschienenen Buches ist es der von ihrer Mutter zur Pianistin gedrillten Frau nicht möglich, aus ihrer Isolation heraus eine sexuelle Identität zu finden. „Unfähig, sich auf das Leben einzulassen, wird sie zur Voyeurin. Als einer ihrer Schüler mit ihr ein Liebesverhältnis anstrebt, erfährt sie, daß sie nur noch im Leiden und in der Bestrafung Lust empfindet.“
Der Roman ist seit seinem Erscheinen Gegenstand der literaturwissenschaftlichen Forschung. Diese Seminararbeit verfolgt einen interdisziplinären Ansatz und stellt sich zur Aufgabe, die von Elfriede Jelinek ausgewählten Musikstücke im Text zu untersuchen und zu überprüfen, inwiefern diese zu einem tieferen Verständnis des Romans führen können. Dabei ist es nicht immer, aber doch sehr oft möglich, konkrete Werke der musikalischen Literatur auszumachen. So können Anführungen wie „die Obertastenetüde“ im Kontext Chopins als
Etüde op.10 Nr. 5 Ges-Dur oder „Schuberts große A-Dur Sonate“ als Klaviersonate Nr. 20 D959 in musikwissenschaftlich korrekte Stückbezeichnungen übersetzt werden. Als Ausgangspunkt für die Arbeit dient eine umfangreiche Textrecherche zu den fast unüberblickbar vielen musikalischen Bezügen in Elfriede Jelineks Roman.
Die konkret genannten Musikstücke werden zuerst grob in Unterrichtsliteratur für Anfänger und Fortgeschrittene sowie Konzertstücke eingeteilt, um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Hauptfigur als Professorin am Konservatorium der Stadt Wien arbeitet. Nachdem das Verhältnis von „E- und U-Musik“ im Text untersucht worden ist, werden zwei Spätwerke Schuberts in den Kontext des Romans gestellt. Die Seminararbeit setzt sich somit zum Ziel, Jelineks viel beachteten Roman unter einem neuen Aspekt zu beleuchten weiterlesen

Alexander Flor Studium der Unterrichtsfächer Deutsch (Universität Wien) und Musik sowie Instrumentalpädagogik Klavier an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Derzeitige Forschungstätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter (PraeDoc) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Institut für Musikwissenschaft und Interpretationsforschung). Interessensschwerpunkte Alte Musik sowie Musikbezüge in der österreichischen Literatur.


ZITIERWEISE
Flor, Alexander: „...daß in Schuberts Sonaten mehr Friede des Waldes herrsche als im Frieden des Waldes selber.“ Zur literarischen Instrumentalisierung konkreter Musikstücke in Elfriede Jelineks Roman „Die Klavierspielerin“. http://www.elfriede-jelinek-forschungszentrum.com/wissenschaftsportale/musik/musik-als-thema/die-klavierspielerin/alexander-flor/ (Datum der Einsichtnahme) (= Elfriede Jelinek und die Musik. Intermediales Wissenschaftsportal des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums).

aus: https://jelinetz.com/2013/03/22/alexander-flor-das-in-schuberts-sonaten-mehr-friede-des-waldes-herrsche-als-im-frieden-des-waldes-selber-zur-literarischen-instrumentalisierung-konkreter-musikstucke-in-e/ (28.8.2017) (= JeliNetz, Internetplattform des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums)..


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