Klage
(1965)

Textgrundlage
Jelineks Gedicht Klage (1964), das erstmals 1967 im Lyrikband o. T. linolschnitte: -ION publiziert wurde.

Musikalische Besetzung
Singstimme (Sopran), Klavier.

Abbildung der ersten Seite des Autographs
In: Janke, Pia (Hg.): Elfriede Jelinek: „ICH WILL KEIN THEATER“. Mediale Überschreitungen. Wien: Praesens Verlag 2007 (= DISKURSE.KONTEXTE.IMPULSE. Publikationen des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums 3), S. 378.

Aufführungen

UA | 26.10.2006 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (im Rahmen des vom Elfriede Jelinek-Forschungszentrum veranstalteten Symposiums Elfriede Jelinek: „ICH WILL KEIN THEATER“. Mediale Überschreitungen). Interpretinnen: Petra Halper (Sopran), Anna Sushon (Klavier)

CD-Aufnahme

Auf der DVD: Elfriede Jelinek: „ICH WILL KEIN THEATER“. Mediale Überschreitungen. DVD zum Buch. Wien: Praesens Verlag 2007. Interpretinnen: Petra Halper (Sopran), Anna Suchon (Klavier). (= Live-Mitschnitt vom Symposium Elfriede Jelinek: „ICH WILL KEIN THEATER“. Mediale Überschreitungen am 26.10.2006 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)


Das mit „14.4.1965“ datierte Lied, das das gleichnamige Gedicht Jelineks aus dem Jahr 1964 zur Grundlage hat, ist für Sopran und Klavier geschrieben, Jelinek ist also zugleich Schriftstellerin und Komponistin. Wie auch beim Lied meine liebe basiert die Komposition auf der Zwölftonmusik, wobei die Regeln frei gehandhabt werden und sich die Musik am Text orientiert und ihn atmosphärisch ausdeutet, insbesondere die im Gedicht versprachlichte existenzielle Fremdheit und Isolation. Als Vorbilder für die musikalische Gestaltung der beiden Lieder sind Komponisten der Wiener Schule wie Arnold Schönberg (Pierrot Lunaire) und Anton Webern auszumache.
Das Lied wurde erst 2006 im Rahmen eines Symposiums des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums erstmals öffentlich präsentiert.


Klage

du hast mich
durch die flöte gezogen
wie einen schrei...
die saiten deiner harfe
haben löcher
in mein gesicht
gerissen...
du hast mir mein rot
genommen –
und meine stimme...
trocken
sind meine lippen
und meine augen
hat der weinevogel
in den wind
gestreut...

Elfriede Jelinek: Klage. In: Jelinek, Elfriede: o. T. linolschnitte: -ION. Wien: edition avantypidy 1967 (= &cetera 7), unpag.


ZITIERWEISE
N. N.: Klage. www.elfriede-jelinek-forschungszentrum.com/wissenschaftsportale/musik/kompositionen/klage/ (Datum der Einsichtnahme) (= Elfriede Jelinek und die Musik. Intermediales Wissenschaftsportal des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums).

aus: Janke, Pia: Elfriede Jelinek. Werk und Rezeption. Wien: Praesens Verlag 2014 (= DISKURSE.KONTEXTE.IMPULSE. Publikationen des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums 10), S. 251-252.


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